
Beiwagen 193 wurde 1941 bei der Waggonfabrik Gottfried Lindner AG in Ammendorf für
die Merseburger Überlandbahn gebaut. Wagen diesen Typs wurden in Anlehnung an den
geplanten Einheitswagen gebaut, wobei kriegsbedingte Vereinfachungen beim Bau und
bei der Wahl der Materialien vorgenommen wurden. Zusammen mit einem baugleichen
Trieb- und einem weiteren Beiwagen bildeten diese Züge - die sogenannten Lindner-Großzüge -
jahrelang das Rückrat des Straßenbahnverkehrs zwischen Halle/ Riebeckplatz und
Schkopau/ Bunawerke. Zuletzt wurden diese Wagen noch vom Betriebshof Merseburg im
Berufsverkehr gefahren, bis sie verschrottet werden sollten. Durch beherztes Eingreifen
der Straßenbahnfreunde, konnte der Beiwagen 193 im Jahre 1977 vom Schrottgleis geborgen
und anschließend im Depot Seebener Straße hinterstellt werden. 1988 konnte er wieder der
Öffentlichkeit als historischer Beiwagen vorgestellt werden und wird seitdem zu Sonderfahrten eingesetzt.