
Bei diesem Vertreter handelt es sich um den letzten Triebwagen vom Typ T2D in Halle (Saale).
Dieser Wagentyp war eine Lizenzproduktion des Typs ET 62 des Waggonbau Gotha. Durch Abkommen im Rahmen des RGW verzichtete die DDR auf den Neubau von Straßenbahnwagen. Dafür sollten neue Fahrzeuge aus der Tschechischen Republik bezogen werden.
Für Meterspurbetriebe wie Halle standen aber noch keine Neukonstruktionen zur Verfügung,
weswegen nochmals zweiachsige Trieb- und Beiwagen in Prag gebaut wurden. In der Zeit von August 1967 bis März 1968 trafen insgesamt 76 Triebwagen und 97 Beiwagen von CKD Prag in Halle ein. Einige wurden nach ein paar Jahren an andere Städte, wie z.B. Brandenburg, Görlitz und Frankfurt/Oder abgegeben. Dies wurde möglich, da Halle ab 1971 bereits Fahrzeuge vom Typ T4D - die sogenannten Tatrawagen - erhielt. Der Htw 772 wurde 1967 gebaut, zusammen mit den Beiwagen 385 und 506 - beide echte Gothawagen vom Typ EB62 - bilden sie den für die Hallesche Straßenbahn
so typischen Dreierzug der 70er Jahre. Dieser Zug konnte nach dem 100jährigen Jubiläum 1991 in den Museumsbestand übernommen werden.