Geschichte der Straßenbahn in Halle (Saale)

 

Hallesche Straßenbahn AG ( Pferdebahn ) ( 1882 - 1911 )

Stadtbahn Halle ( 1890 - 1917 )

Städtische Straßenbahn Halle ( 1911 - 1951 )

VE Verkehrsbetriebe Halle ( 1957 - 1990 )

Hallesche Verkehrs- AG ( ab 1990 )

 

 

Hallesche Straßenbahn AG ( Pferdebahn ) ( 1882 - 1911 )

 

Juni 1857

Infolge des ersten Antrags zur Errichtung einer Straßen-Eisenbahn in Halle bildet die Stadtverordnetenversammlung eine ständige Pferdeeisenbahn-Kommission.

 

ab 1870

Die Stadt Halle, die seit 1840 Eisenbahnanschluss hatte, dehnt sich durch die Industrialisierung rasch über ihre mittelalterlichen Stadtgrenzen aus und verschmolz mit den Vorstädten. Mit der Stadtvergrößerung musste auch eine Lösung für den innerstädtischen Verkehr gefunden werden.

 

30. 05.1878 - 18. April 1882

Zwischen Markt und Giebichenstein bzw. Trotha verkehrt ein Pferdeomnibus in der mittlerweile rund 65.000 Einwohner großen Stadt. ( erster ÖPNV in Halle )

 

17.03.1881

Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über die Errichtung einer Pferdebahn

 

24.06.1882

Vertragsabschluss über den Bau und Betrieb einer Straßenbahn in Halle. Vereinbarte Linienführung :

 

a) Bahnhof - Leipziger Platz ( Riebeckplatz ) - Leipziger Turm - Markt - 

Ulrichstraße - Universitätsreitbahn - Geiststraße - Mühlweg - Burgstraße -

Trothaer Straße - Saalschloßbrauerei ( Linienlänge 4,6 km )

                                           

b) wie a) , aber zwischen Leipziger Turm und Universitätsreitbahn über

Poststraße ( Hansering ) - Alte Promenade ( Universitätsring ) 

( Linienlänge 5,8 km )

 

13.07.1882

Beginn der Bauarbeiten an den Gleisanlagen

 

07.10.1882

Abschluss aller Bauarbeiten und Aufnahme des Probebetriebes mit vier Wagen

 

15.10.1882

Feierliche Eröffnung der Pferdestraßenbahn vom Bahnhof durch die Stadt nach Giebichenstein. Um 1 Uhr mittags wird die „Hallesche Straßenbahn“ offiziell eingeweiht und mit 12 einspännigen Pferdebahnwagen in Betrieb genommen. Das Depot der Halleschen Straßenbahn AG befand sich in der Klosterstraße.

 

31.12.1883

Im ersten vollen Betriebsjahr werden 1,43 Mio. Personen befördert.

 

03.01.1898

Nach mehrjährigen vergeblichen Bemühungen wird die Genehmigung zur Elektrifizierung der Halleschen Straßenbahn AG erteilt.

 

Die älteste Straßenbahngesellschaft in Halle, die "Rote Bahn", bemühte sich auch um eine Elektrifizierung ihres Netzes, hatte sie doch nach der Aufnahme des elektrischen Betriebes bei der Stadtbahn Einbußen bei den beförderten Fahrgästen zu verzeichnen. Doch erst 1899 gelang es.

Das in Halle ansässige physikalische Institut der Universität (gegenüber der Moritzburg) bekämpfte energisch dieses Vorhaben. In diesem Streit offenbarte sich der Widerspruch zwischen wissenschaftlicher Forschung und Anwendung dieser Ergebnisse in der Praxis. Der Leiter des halleschen Institutes befürchtete, daß "der von den Schienen entweichende und sich mit dem Erdmagnetismus verbindende Rückstrom die feinen, außerordentlich empfindlichen magnetischen Instrumente des Institutes so beeinträchtigen würde, daß die Sicherheit der Experimente ... erheblich beeinträchtigt werde."

Kein geringerer als Professor Röntgen erstellte folgendes Gutachten:

"Der Vorstand eines jeden physikalischen Institutes hat meines Erachtens die Pflicht, auf das allerausdrücklichste gegen die Anlage einer solchen elektrischen Leitung ... in der Nähe des Institutes zu protestieren."

 

Seit 15.05.1899

werden alle Straßenbahnen in Halle nun elektrisch betrieben.

Wegen Einspruchs des Physikalischen Instituts muss allerdings die Antriebsenergie zwischen Bernburger Straße und Hauptbahnhof vorerst aus mitgeführten Akkumulatoren bezogen werden.

 

Der technische Fortschritt ließ sich jedoch auch durch Meinungen von Wissenschaftlern nicht aufhalten :

 

1899

wurden in der Seebener Straße das neue Depot und Kraftwerk errichtet.

 

03.08.1902

Einstellung des Akkumulatorenbetriebs, die Strecke wird mit Oberleitung ausgerüstet.

 

01.04.1903

Einführung von Haltestellen

 

01.10.1909

Alle Straßenbahnlinien sind mit Schaffnern besetzt.

 

01.01.1911

Die Stadtgemeinde Halle kauft die Hallesche Straßenbahn AG. Die neue Bezeichnung : Städtische Straßenbahn Halle.

 

09.05.1914

Inbetriebnahme der neuen Linie C auf der Strecke Markt - Riebeckplatz - Hauptbahnhof - Büschdorf -

Schönnewitz ( Ortsteil von Reideburg )

 

22.01.1915

Der Streckenverlauf von Schönnewitz wird bis nach Reideburg verlängert.

 

06.09.1915

Erstmalige Einstellung weiblicher Arbeitskräfte als Schaffnerinnen bei beiden Bahnen infolge des 1. Weltkrieges.

 

02.03.1917

Frauen kommen auch als Triebwagenführer zum Einsatz  

 

Linienführung 1915  
A Bahnhof - Markt - Reileck - Giebichenstein - Angerweg
B Bahnhof - Poststraße - Theater - Mühlweg - Giebichenstein - Cröllwitz
C Markt - Delitzscher Straße - Schönnewitz - Reideburg

 

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Stadtbahn Halle ( 1890 - 1917 )

 

04. 12.1888

Vertragsabschluss über den Bau und Betrieb einer zweiten Straßenbahn in Halle "Stadtbahn Halle".

- vereinbarte Linienführung : - Roßplatz - Markt - Franckeplatz - Rannischer Platz ( 1,9 km )

    - Markt - Talamtstraße - Mansfelder Straße - Schieferbrücke ( 0,6 km )

    - Roßplatz - Leipziger Platz ( Riebeckplatz ) - Schmiedstraße ( 3,0 km )

    - Delitzscher Straße - Franckestraße - Franckeplatz ( 0,8 km ) 

 

30.08.1889

Die Stadtbahn Halle nimmt als zweite Pferdebahngesellschaft den Betrieb auf den Strecken Roßplatz - Leipziger Platz und Roßplatz - Post auf. Entsprechend der Lackierung der Fahrzeuge hieß sie bei den Hallensern die "Grüne Bahn", während die andere den Beinamen die "Rote Bahn" erhielt.

 

13.10.1889

Außer der Strecke Leipziger Platz - Schmiedstraße werden alle vereinbarten Linien befahren.

 

06.05.1890

Vertragsabschluß zwischen AEG und der Stadt Halle über die Einführung des elektrischen Betriebes auf den Stadtbahn-Linien nach dem Spragueschen System.

Der Amerikaner F. Sprague hatte 1887 in Richmond (USA) das erste elektrische Straßenbahnnetz der Welt aufgebaut.

Die AEG erwarb seine Patente.

 

Dem weitsichtigen Stadtverordneten Wilhelm von Holly und dem Oberbürgermeister Staude war es zu verdanken, daß Halle die erste moderne elektrische Straßenbahn in Europa errichtete. Diese innovative Entscheidung kann man nur richtig einordnen, wenn man bedenkt, daß die praktische Nutzung der Elektrizität noch unbekannt war.

Die elektrische Straßenbahn brachte auch in der Regel den Strom in die Haushalte. Sie ermöglichte ebenso die weitere Ausdehnung der Städte. Die Stadtbahn Halle war Anstoß und das Muster für viele Städte, die nach 1892 elektrische Straßenbahnen errichteten. Nicht nur für Deutschland, auch für Rußland und Skandinavien wurden Impulse ausgelöst.

 

27.06.1890

Die AEG erwirbt  die 1889 gegründete “Stadtbahn Halle“.

 

20.07.1890

Die Strecke Leipziger Platz - Schmiedstraße wird in den Linienverkehr einbezogen. 

 

24.04.1891

Aufnahme des elektrischen Betriebes auf der Linie Roßplatz – Schmiedstraße

 

30.06.1891

Letzter Einsatz von Pferdebahnwagen bei der Stadtbahn Halle

 

01.07.1891

Elektrischer Betrieb auf allen Linien der AEG Stadtbahn Halle. Damit war Halle die erste Stadt in Europa mit einem elektrischen Straßenbahnnetz.  

 

 

20.10.1892

Eröffnung der Stadtbahn-Linie Roßplatz - Ludwig-Wucherer-Straße - Reilstraße – Wittekind

 

20.11.1892

Verlängerung der Strecke von Wittekind ( Kurallee ) bis nach Trotha

 

01.04.1903

Einführung von Haltestellen

 

01.10.1909

Alle Straßenbahnlinien sind mit Schaffnern besetzt.

 

 

Stadtbahnlinien 1914

 

1

Rannischer Platz - Markt - Walhalla- Riebeckplatz - Artilleriekaserne

2

Schlachthof - Riebeckplatz - Franckeplatz - Hettstedter Bahnhof

4

Hettstedter Bahnhof - Markt - Walhalla - Zoo

5

Hauptbahnhof - Walhalla - Zoo - Bahnhof Trotha

6

Hauptbahnhof - Rannischer Platz - Böllberger Weg

 

 

06.09.1915

Erstmalige Einstellung weiblicher Arbeitskräfte als Schaffnerinnen bei beiden Bahnen infolge des 1. Weltkrieges.

 

02.03.1917

Frauen kommen auch als Triebwagenführer zum Einsatz  

 

01.04.1917

Die Stadtgemeinde kauft die AEG-Stadtbahn für 4,9 Millionen Mark und vereinigt sie am 1. Januar 1918 mit der "Städtischen Straßenbahn Halle".  

 

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Städtische Straßenbahn Halle ( 1911 - 1951 )

 

01.01.1918

Die beiden halleschen Straßenbahnbetriebe “Stadtbahn Halle“ und „Städtische Straßenbahn Halle“ werden

vereinigt (zu Städtische Straßenbahn Halle). Eine einheitliche Fahrzeugnummerierung und Farbgebung ist die Folge.

Im Anschluss an die Liniennummern 1- 6 der ehemaligen Stadtbahn Halle erhalten die Linien A, B und C der ehemaligen Halleschen Straßenbahn AG die Liniennummern 7, 8 und 9.  

 

 

28.10.1919

Ablösung der Stangenstromabnehmer durch Lyrabügel auf allen Triebwagen

 

01.11.1919

Bau einer Abstellhalle, sowie Einbau von 19 Weichen und 1375 m Gleis an der Freiimfelder Straße.

 

01.11.1921

Beginn des Einsatzes von 20 neuen Trieb- und 40 neuen Beiwagen von der Waggonfabrik Wismar und

Neugestaltung des Liniennetzes :

 

Linie  1 : Beesener Straße - Rannischer Platz - Markt - Steintor - Reileck - Trotha ( 6,2 km )

Linie  2 : Schlachthof - Hauptbahnhof - Franckeplatz - Hallorenstraße - Hallmarkt ( 3,8 km )

Linie  3 : Böllberger Weg - Rannischer Platz - Markt - Reileck - Bahnhof Trotha ( 7,5 km )

Linie  4 : Hettstedter Bahnhof - Markt - Steintor - Riebeckplatz - Damaschkestraße ( 5,5 km )

Linie  5 : Hauptbahnhof - Riebeckplatz - Steintor - Reileck - Zoo ( 4,7 km )

Linie  6 : Hauptbahnhof - Riebeckplatz - Rannischer Platz - Böllberger Weg ( 2,9 km )

Linie  7 : Hauptbahnhof - Riebeckplatz - Reileck - Giebichenstein - Schollstraße ( 4,7 km )

Linie  8 : Hauptbahnhof - Leipziger Turm - Post - Bebelstraße - Mühlweg - Burgstr. - Cröllwitz ( 4,6 km ) 

Linie  9 : Seebener Straße - Reileck - Markt - Riebeckplatz - Büschdorf - Reideburg ( 9,6 km ) 

Linie 10 : Zoo - Reileck - Steintor - Riebeckplatz - Damaschkestraße ( 6,1 km )

Linie 11 : Hauptbahnhof - Riebeckplatz - Rannischer Platz - Beesener Straße ( 1,8 km )

Linie 12 : Hauptbahnhof - Riebeckplatz - Markt - Ulrichstraße - Mühlweg - Burgstr. - Cröllwitz ( 4,7 km )

 

1922

Erster Streckenneubau nach dem 1. Weltkrieg - Linie 3 vom Rannischen Platz zur Blindenanstalt.

 

01.10.1922 - 11.12.1923

Beginn der Auswirkungen der Inflation: Laufende Verringerungen der Verkehrsdurchführungen mit Preissteigerungen und Linienkürzungen bzw. Linieneinstellungen bestimmen das Bild der Straßenbahn.

 

   

Fahrpreisentwicklung    
01.08.1919   20 Pfennig
14.07.1923 1500 Mark  
24.11.1923 150 Mrd. Mark  
25.11.1923   15 Reichspfenning  

 

1925 - 1928

Beschaffung von 91 Trieb- und 50 Beiwagen ( Tw Nr. 121-200, 400-410, Bw Nr. 241-290 )  

 

 

29.09.1925

Verlängerung der Linie 1 von der Dessauer Straße bis zum Gertraudenfriedhof.

 

17.07.1926

Verlängerung der Linie 8 bis zur Dölauer Straße (ab 06.12. bis Schwuchtstraße).

 

01.06.1927

Eröffnung der Heidelinie und Inbetriebnahme der neuen Wagenhalle Freiimfelder Straße.

 

01.10.1927

Inbetriebnahme der Hauptwerkstatt Freiimfelder Straße.

 

1927-1928

Etappenweiser Ausbau der Nord-Süd-Strecke Beesener Straße - Artilleriestraße.

 

25.10.1928

Bezug des Verwaltungsgebäudes Freiimfelder Straße und Schließung des Depots Roßplatz.

 

   

1928  
Streckenlänge : 41,8 km
Betriebsmittel : 169 Triebwagen
  93 Beiwagen
  28 Spezialwagen
  2 Autoturmwagen
Beschäftigte : 981
Beförderte Personen : 38,6 Millionen

 

01.11.1929

Im Ergebnis der seit dem 01.09.1929 eingeführten gemeinsamen Geschäftsführung aller städtischen Betriebe erhält die hallesche Straßenbahn die neue Bezeichnung "Werke der Stadt Halle - AG (WEHAG), Abteilung Straßenbahn".

 

11.05.1930

Eröffnung der ersten Buslinie Nr. 20 vom Riebeckplatz bis Wörmlitz

 

11. Juni 1939

Beginn der Wiedereinstellung weiblichen Personals für den Fahrdienst

 

04.09.1939

Stillegung der Strecken Riebeckplatz - Franckeplatz - Hallmarkt und Trotha/Oppiner Straße - Bahnhof Trotha.

Weiterhin gibt es erhebliche Verkehrseinschränkungen nach Beginn des Zweiten Weltkriegs.

 

11.11.1940

Die Straßenbahn erwirbt den von der Waggonfabrik Lindner AG in Ammendorf gebauten Mustertriebwagen 500.  

 

 

01.10.1944

Einführung des bis 1990 bestehenden Einheitstarifes von 15 Pfennigen

 

14.04.1945

Einstellung des gesamten Bahnbetriebes

 

16.05.1945

Wiederaufnahme des Straßenbahnverkehrs auf der Strecke:

Schlachthof - Steintor - Reileck - Burg Giebichenstein - Depot Seebener Straße

 

21.04.1946

Das gesamte Gleisnetz ist wieder befahrbar, bis auf die 1939 stillgelegten Teilstrecken.

1946 beförderte die Straßenbahn 107 Millionen Fahrgäste.

 

01.07.1948

Abbau der Gleisanlagen vom Leipziger Turm bis zum Mühlweg  

 

01.05.1949

Umwandlung der WEHAG in ein Kommunales Wirtschaftsunternehmen: Versorgungs- und Verkehrsbetriebe der Landeshauptstadt Halle (KWU)  

 

01.07.1950

Zahlreiche Randgemeinden ( u.a. Ammendorf, Reideburg, Büschdorf ) werden eingemeindet

 

01.11.1950

Stabilisierung des Straßenbahnverkehrs. Planmäßiger Zugabstand auf allen Linien wieder sechs(!) Minuten.

 

Dezember 1950

Erste neue Wagen von LOWA Werdau werden geliefert. Bis November 1955 werden 11 Trieb- und 25 Beiwagen

dieses Typs in Betrieb genommen.

 

01.04.1951

Auflösung der KWU, damit selbständige Verwaltung der Straßenbahn als städtischer Betrieb.

 

01.07.1951

Zusammenschluß mit den Merseburger Überlandbahnen VEB zum "Rat der Landeshauptstadt Halle, Straßen- und Überlandbahn".

 

01.10.1952

Die Straßenbahn wird eigenständiger Betrieb als "VEB (K) Straßen- und Überlandbahn Halle".

 

01.06.1953

Einführung von Liniennummern auf den Überlandbahnlinien :

 

                          Linie 31 : Halle/Thälmannplatz - Ammendorf - Merseburg ( 14,7 km )

                          Linie 32 : Halle/Thälmannplatz - Ammendorf - Merseburg - Leuna ( 20,0 km )

                          Linie 33 : Merseburg - Frankleben - Mücheln ( 17,4 km )

                          Linie 34 : Merseburg - Leuna - Bad Dürrenberg ( 12,6 km )

 

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VE Verkehrsbetriebe Halle ( 1957 - 1990 )

 

01.05.1957

Der Betrieb erhält die neue Bezeichnung "VE Verkehrsbetriebe Halle".

In den folgenden Jahren wird der Wagenpark schrittweise mit Fahrzeugen aus Gotha modernisiert.

Um die Einrichtungsfahrzeuge einsetzen zu können, erfolgen kurze Streckenverlängerungen mit Bau von Wendeschleifen in der Elsa-Brandström-Straße und in Kröllwitz. Auch in Böllberg, Büschdorf und Trotha werden Gleisschleifen gebaut.

Der Personalmangel zwang zur Rationalisierung der Fahrgastabfertigung.

 

ab 1957

Die Triebwagen verkehren ohne Schaffner als sogenannte Sichtkartenwagen.

 

Da der Kohlebergbau zum Abriß der Gemeinden im Geiseltal führte, machte sich der Abbau der Strecke Frankleben - Mücheln erforderlich. Ausgebaut wurde die Strecke nach Bad Dürrenberg - entsprechend ihrer Bedeutung im Berufsverkehr.

 

24.04.1958

Die Strecke Neumark - Mücheln im Geiseltal wird Infolge des Braunkohleabbaus eingestellt.

 

01.08.1958

Weitere Verkürzung der Linie 33 bis Zuckerfabrik Körbisdorf   

 

 

13.11.1958

Inbetriebnahme der Neubaustrecke Vogelweide - Am breiten Pfuhl

 

08.10.1959

Verlängerung der Linien 31 und 32 bis nach Trotha. Die Kuppelendstelle Rosengarten wird stillgelegt und die Gleise ausgebaut.

 

06.04.1960

Stillegung der Strecke Neundorf – Frankleben

 

20.02.1961

Inbetriebnahme der Wendeschleife Büschdorf 

 

ab 1962

Die Schaffner werden auch im zweiten Beiwagen eingespart. Ihn durften dann nur noch Fahrgäste mit Zeitkarten benutzen.

 

09.07.1962

Inbetriebnahme einer großen Wendeschleife vor dem VEB Chemische Werke Buna in Schkopau.

 

Mai 1963

Die Zahlbox taucht auf. Erster Einsatz von Einzelwagen ohne Schaffner.

 

01.06.1963

Einführung des OS-Betriebs auf der Linie 15.

 

01.09.1964

Alle innerstädtischen Linien fahren im OS-Betrieb. Schaffner gibt es nur noch auf der Überlandbahn.  

 

 

28.12.1964

Verlängerung der Strecke in Kröllwitz bis zur neuen Wendeschleife am Rand der Heide

 

01.12.1965

Die Linie 33 fährt nur noch bis zum Depot Frankleben.

 

15.06.1966

Mit Inbetriebnahme der straßenbahneigenen Saale- und Saaleflutbrücken wird der durchgehend zweigleisige Ausbau der Strecke Ammendorf - Schkopau abgeschlossen.

 

08.12.1966

Der Tw  569 kommt als Prototyp der Lizenzproduktion des Gothaer Typs ET 62 von CKD Prag nach Halle.

 

10.04.1967

Inbetriebnahme der neuen Dessauer Brücke und des besonderen Bahnkörpers bis zum Getraudenfriedhof.

 

11.08.1967

Nach fast 85-jährigem Betrieb wird die Strecke Thälmannplatz - Leipziger Turm - Markt stillgelegt.

 

16.08.1967

Inbetriebnahme der neuen Gleisanlagen nach Fertigstellung der “grandiosen Verkehrslösung für das Jahr 2000“ auf dem umgestalteten Thälmannplatz. Dieser Platz, der fortan zum Grauen für jeden auswärtigen Kraftfahrer wurde, führte zur Zerstörung der beiden Ost-West-Straßenbahnstrecken durch die Leipziger Straße ( Boulevard ) und Philipp-Müller-Straße.

 

01.09.1967

Abschluss der Umnummerierung des Wagenparks  

 

1967/1968

Innerhalb von 6 Monaten werden aus Prag 86 Trieb- und 110 Beiwagen des zweiachsigen Typs Gotha geliefert.  

 

02.05.1968

Inbetriebnahme des 1. Bauabschnittes der Schnellverbindung Leuna - Bad Dürrenberg ( 2,6 km ) mit einer Direktverbindung zwischen Krähenberg und Fährendorf.

 

26.05.1968

Stillegung des Streckenabschnitts Merseburg Süd II - Depot Frankleben. Damit verschwindet die Straßenbahn nach 50 Betriebsjahren aus dem Geiseltal.

   

 

01.06.1968

Neugestaltung des gesamten Liniennetzes. Einführung einer neuen Linie 5 ( Trotha - Leuna ) als Ersatz für die Linien 31 und 32. Die Kuppelendstelle an der Damaschkestraße wird beseitigt.

 

22.10.1968

Inbetriebnahme der Gleisverbindung  zwischen Großer Steinstraße und Ulrichstraße

 

30.06.1969

Stillegung der Strecke Thälmannplatz - Rannischer Platz

 

27.08.1969

Die ersten beiden Tatra-Triebwagen 901 und 902 verlassen den Betriebshof Freiimfelder Straße.

 

1969

Die ersten T4D von CKD Prag kommen zum Einsatz. Dieser Wagentyp löst in den Folgejahren alle älteren Fahrzeuge ab.

 

11.12.1969

Die Wendeschleife in Bad Dürrenberg wird in Betrieb genommen.

 

03.10.1970 - 18.06.1971

Umrüstung der elektrischen Weichen auf induktive Steuerung

 

21.05.1971

Der Straßenbahnverkehr auf der Linie 10 zwischen Büschdorf und Reideburg wird eingestellt.

Damit verschwindet die letzte Rangierendstelle in Halle.

 

18.10.1971

Die Umstellung der Linie 5 auf Tatrazüge beginnt.

 

04.12.1971

Die Linie 5 wird von Trotha nach Bad Dürrenberg verlängert. Mit 30,7 Kilometern ist sie die längste Straßenbahnlinie der DDR und noch heute eine der längsten Straßenbahnlinien Deutschlands.

 

18.12.1972

Inbetriebnahme einer Verbindung zwischen Leuna/Industrietor und Leuna/Karl-Marx-Platz ( Pfalzplatz ) über die Rössener Brücke  zum Wenden der Einsatzwagen.

 

24.11.1973

Umbenennung der E-Wagen Frohe Zukunft - Ammendorf - Schkopau in Linie 10.

 

05.01.1974

Die Strecke Merseburg - Bad Dürrenberg ist durchgehend zweigleisig befahrbar.

 

28.03.1974

Stilllegung und Abbau der 1952 errichteten Wendeschleife Ammendorf/Rathaus.

 

05.04.1974

Neue Gleisanlagen in Ammendorf mit Wendeschleife in der Regensburger Straße werden in Betrieb genommen.

 

12.10.1974

Einstellung der Linie 34 und Abbau der Strecke Daspig - Spergau - Fährendorf

 

08.05.1975

Die Freiabstellfläche im Betriebshof Freiimfelder Straße wird fertig gestellt  

 

 

03.12.1975

Inbetriebnahme der neugestalteten Endstelle Trotha

 

15. Mai 1976

Eröffnung der Neubaustrecke Gagarinallee - Paul-Suhr-Straße

 

03.10.1976 - 16.06.1978

Neutrassierung der Strecke Mansfelder Straße - Gimritzer Damm mit neuer Saalebrücke

 

10.07.1977

Verlängerung der Strecke von der Paul-Suhr-Straße bis zum S-Bahnhof Südstadt

 

22.03.1980

Einführung des Entwertersystems auf allen Linien im Stadtgebiet

 

September 1980

das gesamte genutzte Streckennetz kann mit Tatra-Fahrzeugen befahren werden

 

28.09.1981

Die Strecke Halle - Bad Dürrenberg ist bis auf ein kurzes Stück zweigleisig ausgebaut.

 

20.12.1981

Inbetriebnahme der Neubaustrecke Böllberger Weg bis zur Wendeschleife Südstadt

 

30.12.1982

Inbetriebnahme der Strecke durch das Wohngebiet Silberhöhe zur Endstelle Beesen  

 

25.04.1983

Vorstellung des in Eigenleistung der Werkstatt umgebauten ZT4D 901.    

 

 

30.11.1985

Das Diagonalgleis auf dem Markt wird in Betrieb genommen. 

 

Anfang 1986

Ein Dreiwagenzug der Bauart Tatra wird für Baustellenverkehre als Zweirichtungszug umgebaut.  

 

Frühjahr 1987

Die letzte Tatra-Lieferserie gelangt in den Linieneinsatz. Damit wurden 323 Trieb- und 124 Beiwagen der Bauart

T4D / B4D an die Verkehrsbetriebe Halle geliefert.

 

Anfang 1988

Letzter regulärer Einsatz von Lowa-Fahrzeugen im Personenverkehr  

 

1987-1989

Die Trennung des Gleiskörpers der Straßenbahn vom individuellen Straßenverkehr in der Leninallee, teilweise in der Merseburger Straße und in der Damaschkestraße kann bauseitig realisiert werden.

 

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Hallesche Verkehrs-AG ( ab 1990 )

 

 

01.07.1990

Gründung der Halleschen Verkehrs-Aktiengesellschaft und Eintragung in das Handelsregister.

 

01.08.1990

Der erste GT 4 trifft aus Stuttgart ein und ist seit September im Einsatz. Insgesamt 30 dieser Gelenkwagen werden dort preiswert erworben. Dazu kommen neun Fahrzeuge dieses Typs als Geschenk der Stadt Freiburg.

 

Mai 1990

Die Städte Halle und Halle-Neustadt werden zusammengelegt. Die HAVAG übernimmt daraufhin auch den gesamten Omnibusverkehr der Stadt.

 

1990

Der T4D Großzug 1151/1150/200 gelangt zur Modernisierung nach Mittenwalde bei Berlin.

 

08.12.1990

Abschiedsfahrt der Zweiachs-Fahrzeuge vom Typ ET 62/T2D/EB62/B2D

 

01.02.1991

Einführung neuer Tarife die den seit 1944 gültigen 15-Pfennig-Fahrschein bei der Straßenbahn ablösen.

Die neuen Tarife gelten auf allen Bus- und Straßenbahnlinien und ermöglichen problemlosere Umsteigebeziehungen.
Die HAVAG betreibt nunmehr 14 Straßenbahn- und 20 Buslinien in der Stadt Halle und Umgebung.

 

06.03.1991

Präsentation des ersten umgebauten Tatra-Triebwagens mit AEG-Leistungselektronik  

 

 

August 1991

Die Modernisierung weiterer Tatrafahrzeuge läuft an.  

 

01.09.1991

Gründung der Verkehrs- und Tarifgemeinschaft ( VTG ) Halle mit der Deutschen Reichsbahn.

Übernahme des Tarifsystems auch auf der S-Bahn.

 

06.10.1992

Inbetriebnahme des ersten ortsfesten Fahrausweis-Verkaufsautomaten mit Banknotenakzeptator auf dem Riebeckplatz.

 

17.11.1992

Die 1.Niederflurstraßenbahn vom Typ MGT6D trifft bei der HAVAG ein. Es ist das erste niederflurige Straßenbahnfahrzeug für ein Verkehrsunternehmen in den neuen Bundesländern.

 

24. Mai 1993

Nachtlinien mit Sammelanschlüssen am Joliot-Curie-Platz, an der Lutherkirche und Rennbahn werden bei der HAVAG eingeführt.    

17.02.1994

Das 2. Niederflurfahrzeug vom Typ MGT6D wird nach Halle geliefert.  

 

24.02.1994

Das Modernisierungsprogramm der Tatra-Fahrzeuge ist abgeschlossen. Insgesamt wurden 41 Großzüge auf Choppersteuerung umgerüstet.

 

November 1994

Stillegung der Verbindung Industrietor - Pfalzplatz über Rössener Brücke. 

Am Pfalzplatz bleibt ein einfaches Gleisdreieck zum Wenden erhalten.

 

1992-1995

Alle 38 übernommenen GT4 werden in Mittenwalde modernisiert.    

 

 

01.07.1995

Die Seebener Straße wird grundlegend saniert und eine neue Gleisverbindung zur Trothaer Straße entsteht.  

 

21.11.1995

Erste Bauarbeiten für den neuen Betriebshof Rosengarten beginnen.

 

26.04.1996

Das erste Niederflur-Serienfahrzeug ( MGT6D ) wird geliefert.

 

06.05.1996

Grundsteinlegung für den Betriebshof Rosengarten.

 

Mai 1996

Fertigstellung des neuen Betriebsdienstgebäudes mit moderner Leitstelle im Betriebshof Freiimfelder Straße

 

21.06.1996

Eröffnung des Historischen Straßenbahndepots in der Seebener Straße.

 

02.12.1996

Richtfest am Betriebshof Rosengarten

 

Juni 1997

Erstmals werden nicht mehr benötigte Tatrafahrzeuge an Betriebe im Ausland abgegeben. 

 

17./18.10.1997

Eröffnung des Betriebshof Rosengarten und Jubiläum ’’115 Jahre Straßenbahn in Halle’’. Gleichzeitige Schließung des Betriebshof Ammendorf nach 95 Betriebsjahren.  

 

17.04.1998

Erster Spatenstich für die Straßenbahnneubaustrecke nach Neustadt

 

26.11.1999

Inbetriebnahme des ersten Teilabschnittes der  Straßenbahn nach Halle-Neustadt zwischen Rennbahnkreuz und S-Bahnhof Neustadt sowie Übergabe des 50. Niederflurwagens MGT6D an die HAVAG.  

 

 

August 2000

Der 2.Teil der Neubaustrecke nach Halle-Neustadt zwischen S-Bahnhof Neustadt und Eselsmühle wird eröffnet.

 

01.08.2001

Gründung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes ( MDV ). Weitreichende Tarifänderungen treten in Kraft.

 

05.05.2002

Inbetriebnahme des 3. Bauabschnittes der Neubaustrecke in Halle-Neustadt bis zur Endstelle Göttinger Bogen.

 

11.05.2002

Feierlichkeiten im Betriebshof Merseburg zum Jubiläum “100 Jahre Elektrische Straßenbahn Halle - Merseburg".

 

21.03.2003

Der letzte Teil der Neubaustrecke in Halle-Neustadt wird bis zur Endstelle Soltauer Straße eröffnet. Damit können erstmals seit 1999 auch Einrichtungsfahrzeuge über die Magistrale verkehren. Der Einsatz von MGT6D-Doppeltraktionen entfällt, die GT4-Fahrzeuge werden im Personenverkehr nicht mehr eingesetzt.

 

22.03.2003

Die GT4 werden nach knapp 13 Einsatzjahren in Halle durch die Halleschen Straßenbahnfreunde e.V. mit einer Abschiedsfahrt aus dem Liniendienst entlassen.

 

09.05.2003

Abgabe aller 27 noch vorhandenen GT4 nach Iasi ( Rumänien )  

 

23.05.2003

Ein Großteil der noch vorhandenen nichtmodernisierten T4D/B4D wird abgestellt. Erstmals werden Chopper-Fahrzeuge im Betriebshof Merseburg stationiert. 

 

26.05.2003

Beginn der Umbauarbeiten am Franckeplatz, in deren Zuge eine Gleiskreuzung entsteht, welche die Neubaustrecke über den Glauchauer Platz und zum Riebeckplatz anbindet.

 

14.11.2003

Schließung des Betriebshofes Merseburg nach 77 Jahren

 

April 2004

Der Serienbetrieb von Video-Überwachungskameras in Straßenbahnen der HAVAG beginnt.

 

 06.04.2004

Anlieferung des ersten Niederflurfahrzeuges vom Typ MGT-K

 

10.07.2004

Offizielle Vorstellung des neuen Niederflurtyps MGT-K und gleichzeitige Verabschiedung der nichtmodernisierten Tatrafahrzeuge ( T4D / B4D ) aus dem Liniendienst.

 

01.08.2004

Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund ( MDV ) wird erstmals seit seiner Gründung erweitert.

 

29.08.2004

Die MGT-K-Fahrzeuge gelangen in den Linieneinsatz.  

 

 

30.08.2004

Vorbereitungsmaßnahmen zur Umgestaltung des Marktes beginnen. Für mehr als 3 Monate ist der Markt für Straßenbahnen in unterschiedlichen Bauabschnitten nur eingeschränkt passierbar. 19 Jahre nach Inbetriebnahme wird das Diagonalgleis entfernt und durch eine Gleisverbindung nord-östlich des Roten Turms ersetzt.

 

Oktober 2004

Nach großzügigem Umbau der Endstelle Kröllwitz wird der neugestaltete Haltestellenbereich durch die Linien 4 und 7 erstmals genutzt.

 

 

Quellen:

 

Bodo-Lutz Schmidt ( 1991 ) : 100 Jahre elektrisch durch Halle

Günther Bauer ( 1987 ) : Transpress Straßenbahnarchiv ( Band 4 )

Meyer, Raddatz, Schaaf ( 1994 ) : 25 Jahre Tatrastraßenbahn in Halle/Saale

Moritz, Dieter ( 1992 ) : Die Überlandbahnen im Raum Merseburg

Hallesche Verkehrs AG ( HAVAG )

Hallesche Straßenbahnfreunde e.V. ( HSF )

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